Rettungsdienst

Was man im Rettungsdienst verdient

Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Notfallsanitäter: vier Qualifikationen, vier Entgeltgruppen, vier sehr verschiedene Beträge auf dem Konto. Hier steht, wo du stehst und was das über das Jahr ausmacht.

Was verdient man im Rettungsdienst?

Kurz beantwortet
Bei kommunalen Trägern richtet sich das Entgelt nach dem TVöD. Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter sind in der Entgeltgruppe 4 eingruppiert, Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten in der Entgeltgruppe 6, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter in der eigenen Entgeltgruppe N. Zwischen der ersten und der letzten Stufe liegen je nach Gruppe mehrere hundert Euro im Monat, zwischen Rettungssanitäter und Notfallsanitäter noch einmal deutlich mehr.
Zwei Rettungskraefte bei der Schichtuebergabe am Dienstplan
Foto: hier beschreiben, welches Motiv rechts erscheinen soll (z.B. Gruender im Buero, Halbtotale).
Die Ausgangslage

Auf demselben Fahrzeug, in verschiedenen Entgeltgruppen

Wer morgens zur Wache kommt, trägt dieselbe Jacke wie der Kollege daneben. Auf der Entgeltabrechnung steht trotzdem etwas anderes.

Vier Wege, vier Eingruppierungen

Diese Einordnung ist keine Frage der Erfahrung und keine Frage des Verhandelns. Sie steht in der Entgeltordnung, Abschnitt XXII, und der Arbeitgeber wendet sie an. Was du selbst in der Hand hast, ist die Entscheidung, ob du eine Stufe weitergehst.
Entgeltordnung (VKA), Abschnitt XXII

Welche Qualifikation in welche Entgeltgruppe führt

Die Zuordnung gilt für kommunale Träger im Geltungsbereich des TVöD. Hilfsorganisationen und private Anbieter haben eigene Tarifwerke, dazu weiter unten mehr.
QualifikationUmfang der QualifizierungEntgeltgruppe
Rettungshelferin, RettungshelferKurzlehrgang, je nach Land unterschiedlich geregeltunterhalb EG 4, je nach Tätigkeit
Rettungssanitäterin, RettungssanitäterLehrgang von rund 520 StundenEG 4
Rettungsassistentin, RettungsassistentZweijährige Ausbildung, wird nicht mehr neu ausgebildetEG 6
Notfallsanitäterin, NotfallsanitäterDreijährige Ausbildung nach dem NotfallsanitätergesetzEG N
Leitungsfunktionen an Rettungswachen sind gesondert eingruppiert, von der ständigen Vertretung in EG 9a bis zur Wachenleitung mit mindestens 40 unterstellten Beschäftigten in EG 10.
Die Rechnung dahinter

Was der Unterschied über ein Jahr ausmacht

Zwischen der Entgeltgruppe 4 und der Entgeltgruppe N liegt in der Eingangsstufe ein Betrag, der sich über zwölf Monate zu einer Summe addiert, für die man sonst lange spart.

Der Sprung ist größer als der Monatsbetrag vermuten lässt

Wer nur auf die Differenz im Monat schaut, unterschätzt sie. Das Tabellenentgelt ist die Grundlage für die Jahressonderzahlung, für die Zeitzuschläge und für die Beiträge zur Zusatzversorgung. Eine höhere Entgeltgruppe hebt also nicht nur das Monatsentgelt, sondern auch das, was am Jahresende und im Alter dabei herauskommt.
Aus der Praxis
Die Jahressonderzahlung beträgt 85 Prozent des durchschnittlichen Monatsentgelts aus Juli bis September.
Zeitzuschläge werden aus dem Entgelt der Stufe 3 berechnet, nicht aus deiner eigenen Stufe.
In der Entgeltgruppe N wird die Stufe 3 erst nach drei Jahren in Stufe 2 erreicht, nicht nach zwei.

Warum die Stufe genauso zählt wie die Gruppe

Innerhalb jeder Entgeltgruppe steigt das Entgelt mit den Erfahrungsstufen. Der Weg von der ersten zur letzten Stufe dauert Jahre, bringt aber in Summe einen Betrag, der dem Sprung in die nächste Gruppe nahekommt. Wer früh anfängt, profitiert doppelt: von der Stufenlaufzeit und von der Zeit, in der aus einer regelmäßigen Sparrate etwas werden kann.
Der Unterschied auf der Abrechnung ist das eine. Was daraus über zwanzig Jahre wird, ist das andere.
Zusammengefasst
Die Entgeltgruppe entscheidet über die Höhe, die Erfahrungsstufe über die Entwicklung, und beides zusammen über das, was am Monatsende planbar zur Verfügung steht.
Kommune oder Hilfsorganisation

Was für und was gegen den kommunalen Träger spricht

Beim kommunalen Träger

✓
Das Entgelt folgt einer veröffentlichten Tabelle. Du kannst es nachrechnen, bevor du unterschreibst.
✓
Erfahrungsstufen steigen nach festen Laufzeiten, ohne Verhandlung.
✓
Die Zusatzversorgung über die kommunale Kasse läuft automatisch mit.
✓
Jahressonderzahlung und Zeitzuschläge sind tariflich festgeschrieben.

Bei Hilfsorganisationen und privaten Anbietern

–
Eigene Tarifwerke wie der DRK-Reformtarifvertrag oder die AVR der Johanniter und Malteser gelten, nicht der TVöD.
–
Ob überhaupt ein Tarifvertrag angewendet wird, steht im Arbeitsvertrag und nicht im Gesetz.
–
Die betriebliche Altersversorgung ist unterschiedlich geregelt und manchmal gar nicht vorhanden.
–
Ein Vergleich zweier Angebote gelingt nur, wenn du beide vollständig aufschlüsselst, nicht nur das Monatsbrutto.
Selbst nachsehen

Fünf Punkte, die du auf deiner Entgeltabrechnung findest

  • ✓
    Deine Entgeltgruppe
    Sie steht im Arbeitsvertrag und auf der Abrechnung. Stimmt sie nicht mit deiner Qualifikation überein, ist das der erste Punkt für ein Gespräch mit der Personalstelle.
  • ✓
    Deine Erfahrungsstufe
    Sie entscheidet innerhalb der Gruppe über die Höhe. Vordienstzeiten bei anderen Trägern können angerechnet werden.
  • ✓
    Die Zeitzuschläge
    Nacht, Sonntag, Feiertag und Samstag zwischen 13 und 21 Uhr werden getrennt ausgewiesen. Sie schwanken von Monat zu Monat.
  • ✓
    Die Schichtzulage
    Wer ständig Wechselschicht leistet, bekommt einen festen Monatsbetrag, wer nicht ständig, einen Stundenbetrag. Beides steht im Tarifvertrag.
  • ✓
    Die Zusatzversorgung
    Der Beitrag zur kommunalen Zusatzversorgungskasse taucht als eigener Posten auf. Er ist der Grundstock deiner späteren Betriebsrente.
Warum es diese Seite gibt

Ich habe zu spät angefangen, mir das anzusehen

Ich bin Polizist, kein Rettungssanitäter. Aber die Rechnung, die ich mir irgendwann selbst aufgemacht habe, ist dieselbe: Ich wusste, was am Monatsende auf dem Konto landet, und ich wusste nicht, was davon einmal übrig bleibt. Im Rettungsdienst kommt hinzu, dass ein großer Teil des Einkommens aus Zuschlägen besteht, die niemand garantiert. Wer darauf seine feste Rate plant, plant auf Sand. Deshalb steht auf dieser Seite zuerst die Systematik und erst danach die Zahl.
XXII
Abschnitt der Entgeltordnung, in dem der Rettungsdienst geregelt ist
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Foto: ruhiges Porträt einer Einsatzkraft, Gegenlicht
Vier Stufen einer Treppe als Bild fuer die vier Qualifikationsstufen im RettungsdienstVier Stufen einer Treppe als Bild fuer die vier Qualifikationsstufen im Rettungsdienst
Planbar oder schwankend

Welcher Teil deines Einkommens verlässlich ist

Bestandteil
Höhe steht vorher fest
Kommt jeden Monat
Hängt am Dienstplan
Taugt für feste Kosten
Taugt für die Sparrate
Tabellenentgelt
Höhe steht vorher fest
Ja
Kommt jeden Monat
Ja
Hängt am Dienstplan
Nein
Taugt für feste Kosten
Ja
Taugt für die Sparrate
Ja
Schichtzulage
Höhe steht vorher fest
Ja bei ständiger Schicht
Kommt jeden Monat
Meist
Hängt am Dienstplan
Teilweise
Taugt für feste Kosten
Mit Vorsicht
Taugt für die Sparrate
Mit Vorsicht
Zeitzuschläge
Höhe steht vorher fest
Nein
Kommt jeden Monat
Nein
Hängt am Dienstplan
Ja
Taugt für feste Kosten
Nein
Taugt für die Sparrate
Nur als Zusatz
Wenn du weiterdenken willst

Aus dem Gehalt wird erst dann etwas, wenn ein Teil davon bleibt

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Dienstplan mit markierten Nachtdiensten auf dem KuechentischDienstplan mit markierten Nachtdiensten auf dem Kuechentisch
Chris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und PolizistChris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und Polizist
Verfasst von
Christof Oppermann
Mitgründer von COP Investment
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Vor Veröffentlichung inhaltlich geprüft
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Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2026
Quellen
01
Entgeltordnung (VKA), Abschnitt XXII, Beschäftigte im Rettungsdienst
02
Tabellenentgelte TVöD-VKA, gültig ab 1. Mai 2026, Kommunaler Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen
03
TVöD Allgemeiner Teil, Paragraf 8 Absatz 5 und 6 sowie Paragraf 20 (VKA) Absatz 2
Häufige Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird

In welcher Entgeltgruppe ist ein Rettungssanitäter?
Nach der Entgeltordnung (VKA), Abschnitt XXII, sind Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter mit entsprechenden Tätigkeiten in der Entgeltgruppe 4 eingruppiert. Das gilt für kommunale Träger im Geltungsbereich des TVöD.
Warum haben Notfallsanitäter eine eigene Entgeltgruppe?
Die Entgeltgruppe N wurde eigens für den Beruf geschaffen. Sie ist wertgleich mit der Entgeltgruppe P 8 der Pflegetabelle und hat fünf statt sechs Stufen. Die Stufe 3 wird dort erst nach drei Jahren in Stufe 2 erreicht.
Gilt der TVöD auch beim DRK oder bei den Johannitern?
Nein. Hilfsorganisationen haben eigene Tarifwerke, etwa den DRK-Reformtarifvertrag oder die Arbeitsvertragsrichtlinien der Johanniter und Malteser. Private Anbieter sind oft gar nicht tarifgebunden. Was gilt, steht im Arbeitsvertrag.
Wie viel bleibt vom Gehalt netto übrig?
Eine pauschale Zahl gibt es nicht. Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer, Krankenkasse und der eigene Zusatzbeitrag verändern das Ergebnis erheblich. Wer eine feste Nettozahl nennt, rät. Wie du deine eigene ausrechnest, steht auf der Seite zum Netto.
Zählen Zuschläge zur Rente mit?
Zeitzuschläge sind sozialversicherungspflichtiges Entgelt und fließen damit in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Sie schwanken aber von Monat zu Monat, weshalb sie sich schlecht als Grundlage für feste Verpflichtungen eignen.
Wie lange dauert der Aufstieg in die nächste Stufe?
Die Stufenlaufzeiten sind im Tarifvertrag geregelt und werden mit jeder Stufe länger. Angerechnet werden können einschlägige Vordienstzeiten bei anderen Arbeitgebern. Die Entscheidung darüber trifft die Personalstelle.
Der nächste Schritt

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Nicht was du verdienst, sondern was davon übrig bleibt, entscheidet über deine Handlungsfreiheit. Wir sehen uns das in einem kostenlosen Gespräch gemeinsam an.

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