Die entscheidende Zahl

Wie hoch wird deine Zusatzrente

Im Netz kursieren Faustformeln und Durchschnittswerte. Beides hilft dir nicht, weil deine Zahl an deinem Entgelt, deinem Alter und deinen Beitragsjahren hängt. Was hilft: zu wissen, wo sie steht und was sie bewegt.

Wie hoch ist die Zusatzrente im öffentlichen Dienst?

Kurz beantwortet
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Betriebsrente ergibt sich aus der Summe deiner Versorgungspunkte, multipliziert mit einem festen Messbetrag. Die Punkte hängen an deinem zusatzversorgungspflichtigen Entgelt, an deinem Alter im jeweiligen Jahr und an der Zahl deiner Beitragsjahre. Zwei Menschen mit demselben Gehalt können deshalb sehr unterschiedliche Ansprüche haben. Die einzige belastbare Zahl für deinen Fall steht in der Jahresmitteilung deiner Kasse.
Das Rechenwerk

Punkte mal Messbetrag – mehr steckt nicht dahinter

Die Formel selbst ist erstaunlich schlicht. Für jedes Jahr deiner Beschäftigung werden Versorgungspunkte gutgeschrieben. Wie viele, ergibt sich aus deinem zusatzversorgungspflichtigen Entgelt und aus deinem Alter: Je jünger du bist, desto mehr Punkte bringt derselbe Betrag, weil bis zum Rentenbeginn mehr Zeit liegt. Am Ende wird die Summe aller Punkte mit einem festen Messbetrag multipliziert. Das Ergebnis ist deine monatliche Betriebsrente. Kompliziert wird es erst durch die Sonderfälle – die Startgutschrift für Zeiten vor 2002, Teilzeitjahre, Unterbrechungen. Genau deshalb rechnet niemand seine Zusatzrente seriös selbst nach.
Zwei Schreiben nebeneinander am Küchentisch
Foto: Dienstalltag, Hände am Funkgerät, dezent
Person vergleicht am Tisch zwei Schreiben nebeneinanderPerson vergleicht am Tisch zwei Schreiben nebeneinander
Arbeitsplatz in der Wohnzimmerecke
Foto: weite ruhige Naturlandschaft, Morgenlicht
Kleiner Arbeitsplatz in der Ecke eines WohnzimmersKleiner Arbeitsplatz in der Ecke eines Wohnzimmers
Warum wir hier keinen Rechner hinstellen

Was ein Rechner leisten könnte – und was nicht

Zwei Gründe, die dagegen sprechen
Es wäre einfach, hier ein Eingabefeld zu bauen, das eine Zahl ausspuckt. Es wäre nur nicht ehrlich.
01

Die Eingaben, die es bräuchte, hast du nicht im Kopf

Eine belastbare Schätzung verlangt dein zusatzversorgungspflichtiges Entgelt für jedes einzelne Jahr, dein Alter in jedem dieser Jahre, alle Teilzeitphasen und gegebenenfalls die Startgutschrift. Wer das alles zusammensucht, hat am Ende dieselbe Arbeit geleistet wie beim Blick in die Jahresmitteilung – nur mit größerer Fehlerquote.
02

Deine Kasse rechnet ohnehin genauer

Die Kasse kennt jeden gemeldeten Entgeltmonat, jede Unterbrechung und die für dich geltende Satzung. Sie schickt dir das Ergebnis einmal im Jahr zu, kostenlos und ohne dass du etwas eingeben musst. Ein Rechner auf dieser Seite könnte diese Zahl bestenfalls nachbauen und schlimmstenfalls falsche Sicherheit erzeugen.
Was wir stattdessen anbieten
Eine Anleitung, wie du in zehn Minuten an deine echte Zahl kommst.
Eine Einordnung, welche fünf Stellschrauben die Höhe tatsächlich bewegen.
Ein Gespräch, in dem wir deine Zahl neben die gesetzliche Rente legen.
Eine geschätzte Zahl fühlt sich gut an. Eine echte Zahl verändert Entscheidungen.
Zusammengefasst
Der Weg zur richtigen Zahl führt über deine Kasse, nicht über ein Eingabefeld. Das dauert zehn Minuten und ist danach belastbar.
Vorsicht bei Zahlen aus dem Netz

Welche Angaben taugen – und welche in die Irre führen

Darauf kannst du dich stützen

✓
Die Jahresmitteilung deiner Kasse. Sie nennt deine Punkte und die daraus errechnete Anwartschaft.
✓
Der Online-Zugang deiner Kasse, falls vorhanden. Dieselbe Zahl, jederzeit abrufbar.
✓
Eine schriftliche Auskunft auf Nachfrage – besonders sinnvoll bei Startgutschrift oder Teilzeitjahren.
✓
Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung als zweite Hälfte des Bildes.

Damit rechnest du an dir vorbei

–
Durchschnittswerte für Betriebsrenten im öffentlichen Dienst. Sie mischen Jahrzehnte, Entgeltgruppen und Erwerbsbiografien.
–
Faustformeln nach dem Muster „x Prozent vom letzten Gehalt“. Das Punktesystem funktioniert nicht so.
–
Zahlen aus Foren, die sich auf eine andere Kasse oder eine andere Satzung beziehen.
–
Beispielrechnungen ohne Angabe des Jahrgangs – vor und nach der Umstellung 2002 gelten andere Regeln.
Zehn Minuten

So kommst du an deine echte Zahl

01
Kassenname von der Abrechnung ablesen
Neben dem Beitrag zur Zusatzversorgung steht in aller Regel, wer deine Kasse ist. Ohne diese Angabe kommst du an keinen der weiteren Wege heran.
02
Letzte Jahresmitteilung suchen
Sie kommt einmal jährlich per Post. Dort stehen deine bisher erreichten Versorgungspunkte und die daraus errechnete monatliche Anwartschaft. Bei vielen liegt sie ungeoffnet im Ordner.
03
Bei Sonderfällen schriftlich nachfragen
Wer vor 2002 dabei war, Teilzeitjahre hatte oder den Träger gewechselt hat, sollte gezielt nach der Startgutschrift und nach der Beruecksichtigung dieser Zeiten fragen. Eine schriftliche Auskunft ist verbindlicher als ein Telefonat.
04
Renteninformation danebenlegen
Erst beide Zahlen zusammen ergeben ein Bild. Die eine kommt von deiner Zusatzversorgungskasse, die andere von der Deutschen Rentenversicherung. Was dann noch fehlt, ist die Zahl, um die es eigentlich geht.
✦
Alte Balkenwaage mit unterschiedlich hohen SchalenAlte Balkenwaage mit unterschiedlich hohen Schalen
”
Die meisten schätzen ihre Rente lieber, als sie nachzusehen. Schätzen tut weniger weh – ändert aber auch nichts.
Christof Oppermann, Mitgründer von COP Investment
Was du bewegen kannst

Fünf Stellschrauben – und wie viel Einfluss du wirklich hast

Am größten ist der Hebel bei der Entgeltgruppe. Weil die Punkte am zusatzversorgungspflichtigen Entgelt hängen, hebt ein Wechsel von der Entgeltgruppe 4 in die Entgeltgruppe N nicht nur dein heutiges Gehalt, sondern auch deine spätere Betriebsrente – und zwar dauerhaft für jedes Jahr danach.
Danach kommt die Zeit. Das Alter geht in die Punkteformel ein, deshalb wiegen frühe Beitragsjahre schwerer als späte. Wer mit Mitte zwanzig anfängt, sammelt für dieselbe Summe deutlich mehr Punkte als jemand mit Mitte vierzig. Rückwirkend lässt sich daran nichts ändern – nach vorn schon.
Teilzeit, Elternzeit und Unterbrechungen senken die Punktezahl in den betroffenen Jahren. Das ist kein Argument gegen diese Entscheidungen, sondern ein Grund, die Wirkung zu kennen und sie an anderer Stelle auszugleichen, statt sie erst dreissig Jahre später zu bemerken.
Ob Zuschläge mitzählen, regelt die Satzung deiner Kasse – im Schichtdienst mit hohem Zuschlagsanteil eine Nachfrage wert. Und schliesslich gibt es bei vielen Kassen eine freiwillige Zusatzversicherung über Entgeltumwandlung. Ob die zu dir passt, hängt an Steuerlage, Bindungsdauer und Alternativen und verlangt eine eigene Rechnung.

Drei Zahlen, die den Weg abkürzen

1
Zeile auf der Entgeltabrechnung verrät dir, welche Kasse zuständig ist
1
Mitteilung im Jahr nennt deine Punkte und deine Anwartschaft
2
Schreiben nebeneinander – Kasse und Rentenversicherung – ergeben das ganze Bild
☶
Zwei Personen sehen gemeinsam auf einen Bildschirm
Zwei Personen sehen gemeinsam auf einen LaptopbildschirmZwei Personen sehen gemeinsam auf einen Laptopbildschirm
Wenn du weiterdenken willst

Du bringst zwei Schreiben mit, wir machen eine Rechnung daraus

Im kostenlosen Strategiegespräch legen wir deine Jahresmitteilung und deine Renteninformation nebeneinander und ordnen ein, was daraus für heute folgt. Wir rechnen nichts schön und verkaufen nichts.
Beide Anwartschaften einordnen statt schätzen
Die verbleibende Lücke beziffern
Einen Weg finden, der auch im Schichtdienst hält
Kostenloses Strategiegespräch anfragen
Keine Produktempfehlung, keine Anlageberatung.
Chris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und PolizistChris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und Polizist
Verfasst von
Christof Oppermann
Mitgründer von COP Investment
✓
Vor Veröffentlichung inhaltlich geprüft
↻
Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2026
Quellen
01
Tarifvertrag über die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (ATV) und der kommunale ATV-K
02
Satzungen der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder sowie der kommunalen Zusatzversorgungskassen
03
Entgeltordnung (VKA), Abschnitt XXII, als Grundlage des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts im Rettungsdienst
Häufige Fragen

Was uns zur Höhe der Zusatzrente gefragt wird

Gibt es eine Faustformel für die Zusatzrente?
Nein, jedenfalls keine, die trägt. Angaben nach dem Muster „x Prozent vom letzten Gehalt“ stammen aus dem alten Gesamtversorgungssystem, das 2001 endete. Seit der Umstellung gilt ein Punktesystem, in das dein Alter in jedem einzelnen Beitragsjahr eingeht. Deshalb lässt sich die Höhe nicht aus dem Endgehalt ableiten.
Warum nennt ihr keinen Durchschnittswert?
Weil er für deine Planung wertlos wäre. Durchschnitte mischen Jahrgänge vor und nach 2002, alle Entgeltgruppen und sehr unterschiedliche Erwerbsbiografien. Eine Zahl, die auf niemanden zutrifft, ist gefährlicher als gar keine.
Wie finde ich meine Jahresmitteilung?
Sie kommt einmal jährlich per Post von deiner Zusatzversorgungskasse. Wer sie nicht findet, kann sie anfordern; viele Kassen bieten zusätzlich einen persönlichen Online-Zugang. Welche Kasse zuständig ist, steht auf deiner Entgeltabrechnung.
Was ist der Messbetrag?
Ein fester Faktor, mit dem die Summe deiner Versorgungspunkte in eine monatliche Rente umgerechnet wird. Er ist tariflich festgelegt und für alle gleich – die Unterschiede zwischen zwei Menschen entstehen ausschliesslich über die Punktezahl.
Kann ich meine Zusatzrente erhöhen?
Den grössten Hebel hat die Entgeltgruppe, weil die Punkte am Entgelt hängen. Daneben gibt es bei vielen Kassen eine freiwillige Zusatzversicherung über Entgeltumwandlung. Ob die zu deiner Situation passt, hängt von Steuerlage, Bindungsdauer und Alternativen ab und gehört einzeln gerechnet.
Wird die Zusatzrente später besteuert?
Ja. Betriebsrenten aus der Zusatzversorgung sind im Alter steuerpflichtig und unterliegen den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Wie stark das ins Gewicht fällt, hängt von deinen übrigen Einkünften ab – diese Frage gehört in die Hand eines Steuerberaters.
Der nächste Schritt

Hol dir die echte Zahl, bevor du weiterplanst

Zehn Minuten Suchen im Ordner ersetzen jede Schätzung. Danach lässt sich zum ersten Mal seriös rechnen – und wir sehen uns das Ergebnis gemeinsam an.

Kostenloses Strategiegespräch