Die Kasse der Kommunen

ZVK – die kommunale Zusatzversorgungskasse

Wenn dein Arbeitgeber ein Kreis, eine Stadt oder eine Gemeinde ist, läuft deine zweite Säule hierüber. Für den Rettungsdienst ist das der Regelfall – und damit die Kassenseite, die dich wahrscheinlich betrifft.

Was ist eine kommunale Zusatzversorgungskasse?

Kurz beantwortet
Eine Einrichtung, die für Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber die betriebliche Altersversorgung durchführt – also für Angestellte von Städten, Kreisen, Gemeinden und ihren Betrieben. Grundlage ist der Tarifvertrag ATV-K. Anders als bei der VBL, die es einmal für Bund und Länder gibt, existieren mehrere regionale Kassen mit jeweils eigener Satzung. In Nordrhein-Westfalen sind das die Rheinischen Versorgungskassen und die Kommunalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe. Das Prinzip ist überall dasselbe, die Einzelheiten unterscheiden sich.
Detail eines amtlichen Schreibens auf dem Schreibtisch
Foto: Schreibtisch mit Notizbuch und Kaffee, ruhig
Detail eines gefalteten amtlichen Schreibens auf dem SchreibtischDetail eines gefalteten amtlichen Schreibens auf dem Schreibtisch
Reihe gleichartiger Türen an einem Flur
Foto: Hände halten Tablet mit Depotübersicht
Reihe gleichartiger Tueren an einem VerwaltungsflurReihe gleichartiger Tueren an einem Verwaltungsflur
Zuständigkeit

Welche Kasse für dich zuständig ist

Es gibt keine Auswahl und keinen Wechsel. Maßgeblich ist, welcher Kasse dein Arbeitgeber angeschlossen ist, und das hängt an seiner Region. Ein Rettungsdienst im Rheinland führt zu einer anderen Kasse als einer in Westfalen, obwohl beide dasselbe Tarifwerk anwenden.
Der schnellste Weg zur Antwort führt über deine Entgeltabrechnung. Neben dem Beitrag zur Zusatzversorgung steht in aller Regel der Name der Kasse. Findest du ihn dort nicht, hilft die Personalstelle weiter. Diese eine Information brauchst du, bevor du irgendetwas anderes nachsehen kannst – denn jede Kasse hat ihre eigene Satzung, ihre eigenen Formulare und ihren eigenen Online-Zugang.
Das Prinzip

Viele Kassen, ein gleiches Rechenwerk

So unterschiedlich die Kassen organisiert sind, so ähnlich rechnen sie. Der Tarifvertrag ATV-K gibt den Rahmen vor, an den sich alle halten.
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Aus Entgelt werden Punkte

Dein zusatzversorgungspflichtiges Entgelt und dein Alter ergeben in jedem Jahr eine bestimmte Zahl an Versorgungspunkten. Wer jünger ist, bekommt für denselben Betrag mehr Punkte, weil bis zum Rentenbeginn mehr Zeit liegt. Am Ende wird die Summe aller Punkte mit einem festen Messbetrag multipliziert – das Ergebnis ist deine monatliche Betriebsrente.
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Die Wartezeit entscheidet über den Anspruch

Damit aus den Punkten ein Anspruch wird, musst du eine Mindestversicherungszeit erreichen. Wer den kommunalen Dienst vorher wieder verlässt, sollte gezielt bei seiner Kasse nachfragen, was mit den bisherigen Beiträgen geschieht. Diese Frage stellt sich vor allem bei kurzen Anstellungen und bei Quereinsteigern, die nach wenigen Jahren wieder wechseln.
Drei Sätze zum Merken
Grundlage ist der ATV-K – dasselbe Prinzip wie bei der VBL, nur unter kommunalem Dach.
Für Zeiten vor der Umstellung 2002 gilt auch hier eine gesondert berechnete Startgutschrift.
Jede Kasse hat eine eigene Satzung – für Detailfragen ist immer die eigene Kasse zuständig.
Das Prinzip kannst du hier nachlesen. Deine Zahl steht nur bei deiner Kasse.
Zusammengefasst
Entgelt und Alter ergeben Punkte, Punkte ergeben eine Monatsrente, die Wartezeit sichert den Anspruch. Alles Weitere regelt die Satzung deiner Kasse.
In vier Schritten

So kommst du an deine eigene Zahl

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Kassenname finden
Auf der Entgeltabrechnung steht neben dem Beitrag zur Zusatzversorgung meist der Name der Kasse. Diese eine Information ist der Schlüssel zu allem Weiteren, weil jede Kasse eigene Zugänge und Formulare hat.
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Jahresmitteilung heraussuchen
Einmal jährlich verschickt deine Kasse eine Übersicht über die erreichten Versorgungspunkte und die daraus errechnete Anwartschaft. Bei den meisten liegt sie ungeoffnet im Ordner.
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Online-Zugang einrichten
Die meisten Kassen bieten inzwischen ein persönliches Portal, über das sich der Stand jederzeit abrufen lässt. Die Einrichtung dauert einmalig ein paar Minuten und erspart dir das Suchen im Ordner.
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Neben die Renteninformation legen
Erst beide Zahlen zusammen ergeben ein Bild. Die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung kommt ebenfalls jährlich. Nebeneinandergelegt zeigen sie, worauf du tatsächlich zugehst – und was noch fehlt.
Was die Kassen unterscheidet

Gleiche Regeln, eigene Satzung

Der Tarifvertrag gibt den Rahmen vor, die Satzung füllt ihn aus. Diese vier Punkte solltest du bei deiner eigenen Kasse nachsehen, statt sie hier zu vermuten.
PunktWas einheitlich geregelt istWas deine Kasse selbst regelt
Berechnung der PunkteSystematik aus Entgelt und Alter nach ATV-KVerfahrensfragen und Auskunftswege
BeiträgeGrundsatz: überwiegend ArbeitgeberHöhe von Umlage und etwaigem Eigenanteil
WartezeitErforderlich für den AnspruchUmgang mit Fällen darunter
Freiwillige ZusatzversicherungGrundsätzlich möglichOb und in welcher Form sie angeboten wird
Wer eine konkrete Zahl braucht – zur Höhe des Eigenanteils, zur Wartezeit oder zur Anwartschaft – bekommt sie ausschließlich bei der eigenen Kasse. Eine allgemeine Antwort wäre für einen Teil der Leser schlicht falsch.
Wenn sich etwas ändert

Beim Wechsel geht mehr mit, als die meisten denken

Wechselst du von einer Kommune zu einer anderen – oder zwischen kommunaler Kasse und VBL – bleibt deine Anwartschaft in aller Regel erhalten. Dafür gibt es eingespielte Überleitungsverfahren zwischen den Kassen. Du musst das meist nicht selbst anschieben, solltest dir den neuen Stand nach dem Wechsel aber bestätigen lassen. Beim Wechsel in die Privatwirtschaft endet der Aufbau: Der erworbene Anspruch bleibt bestehen, sofern die Wartezeit erfüllt ist, wächst aber nicht weiter. Wer häufiger zwischen Trägern wechselt – im Rettungsdienst keine Seltenheit – sollte diese Bestätigungen sammeln.
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Bestätigung nach jedem Wechsel erspart dir später die Suche nach Jahrzehnten
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Foto: ruhiges Porträt einer Einsatzkraft, Gegenlicht
Beschaeftigte dreht ein Schriftstueck zum Kollegen hinueberBeschaeftigte dreht ein Schriftstueck zum Kollegen hinueber
Was die Höhe bewegt

Fünf Dinge, die deine spätere Betriebsrente verändern

  • ✓
    Deine Beitragsjahre
    Jedes Jahr im kommunalen Dienst bringt Punkte. Lücken durch Wechsel in die Privatwirtschaft schlagen unmittelbar durch.
  • ✓
    Dein Alter beim Einzahlen
    Das Alter geht in die Punkteformel ein. Wer mit Mitte zwanzig anfängt, bekommt für denselben Betrag deutlich mehr Punkte als mit Mitte vierzig.
  • ✓
    Deine Entgeltgruppe
    Maßgeblich ist das zusatzversorgungspflichtige Entgelt. Der Wechsel von der Entgeltgruppe 4 in die Entgeltgruppe N hebt deshalb nicht nur dein heutiges Gehalt, sondern auch deine spätere Betriebsrente.
  • ✓
    Teilzeit und Elternzeit
    Beides senkt die Punktezahl in den betroffenen Jahren. Das spricht nicht dagegen – es ist nur ein Grund, die Wirkung zu kennen, statt sie später zu entdecken.
  • ✓
    Zuschläge und Sonderzahlungen
    Ob und wie einzelne Entgeltbestandteile mitzählen, regelt die Satzung. Genau hier lohnt die Nachfrage bei der eigenen Kasse, gerade im Schichtdienst mit hohem Zuschlagsanteil.
Der unbequeme Teil

Zwei Ansprüche, die von allein wachsen – und einer, der es nicht tut

Gesetzliche Rente und kommunale Zusatzversorgung entstehen ohne dein Zutun. Beide zusammen ergeben im Alter mehr, als viele erwarten, und weniger, als zum Weiterleben wie bisher nötig wäre. Die Differenz lässt sich beziffern, sobald beide Zahlen nebeneinanderliegen – und schließen, solange genug Zeit davor liegt.

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Gesetzliche Rente aus deinen Beitragsjahren

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Betriebsrente aus der kommunalen Zusatzversorgung

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Was du selbst aufbaust – die einzige Säule, die niemand automatisch für dich füllt

Wenn du weiterdenken willst

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Wartebereich einer kommunalen Verwaltung
Leerer Wartebereich einer kommunalen VerwaltungLeerer Wartebereich einer kommunalen Verwaltung
Chris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und PolizistChris Oppermann, Mitgründer von COP Investment und Polizist
Verfasst von
Christof Oppermann
Mitgründer von COP Investment
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Vor Veröffentlichung inhaltlich geprüft
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Zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2026
Quellen
01
Tarifvertrag über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im kommunalen Bereich (ATV-K)
02
Satzungen der kommunalen Zusatzversorgungskassen, in Nordrhein-Westfalen der Rheinischen Versorgungskassen und der Kommunalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe
03
TVöD und Entgeltordnung (VKA), Abschnitt XXII, als Grundlage des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts im Rettungsdienst
Häufige Fragen

Was uns zur kommunalen Zusatzversorgung gefragt wird

Bin ich als Notfallsanitäter bei einer ZVK?
Wenn dein Arbeitgeber ein Kreis, eine kreisfreie Stadt oder eine Gemeinde ist, in aller Regel ja. Der Rettungsdienst ist überwiegend kommunal getragen, deshalb ist die kommunale Zusatzversorgungskasse für die meisten die zuständige Kasse. Bei Landeseinrichtungen kann stattdessen die VBL zuständig sein.
Woher weiß ich, welche Kasse meine ist?
Aus der Entgeltabrechnung. Neben dem Beitrag zur Zusatzversorgung steht meist der Name der Kasse. Falls nicht, nennt ihn dir die Personalstelle. Ohne diese Information kommst du an keine der weiteren Auskunftswege heran.
Ist die ZVK schlechter als die VBL?
Nein, beide folgen demselben tariflichen Rahmen und demselben Punktesystem. Unterschiede gibt es in der Satzung, etwa bei der Höhe eines Eigenanteils oder beim Angebot einer freiwilligen Zusatzversicherung. Eine pauschale Rangfolge wäre irreführend.
Was passiert, wenn ich den Träger wechsle?
Zwischen den Kassen bestehen Überleitungsverfahren, sodass die Anwartschaft in aller Regel erhalten bleibt – auch zwischen kommunaler Kasse und VBL. Lass dir nach dem Wechsel den neuen Stand bestätigen. Wer häufiger wechselt, sammelt diese Bestätigungen am besten in einem Ordner.
Zählen meine Nachtzuschläge für die Betriebsrente mit?
Maßgeblich ist das zusatzversorgungspflichtige Entgelt, und was dazuzählt, regelt die Satzung deiner Kasse. Im Schichtdienst mit hohem Zuschlagsanteil lohnt die konkrete Nachfrage, weil es spürbar ins Gewicht fallen kann.
Kann ich freiwillig mehr einzahlen?
Viele Kassen bieten eine freiwillige Zusatzversicherung über Entgeltumwandlung an, verpflichtend ist das aber nicht. Ob es sie bei deiner Kasse gibt und ob sie zu dir passt, hängt von den Konditionen, deiner Steuerlage und deinen Alternativen ab – das ist eine Abwägung, die eine eigene Rechnung verlangt.
Der nächste Schritt

Sieh auf deiner Abrechnung nach, wie deine Kasse heißt

Eine Zeile auf einem Zettel, den du ohnehin jeden Monat bekommst. Danach lässt sich zum ersten Mal seriös rechnen – und wir können über den Rest sprechen.

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